Wenn deine Katze plötzlich verschwindet, du nicht weißt wo sie ist oder was mit ihr passiert ist, ist das wirklich ein furchtbares Gefühl. Genau das ist uns vor kurzem passiert. Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, wie ich mich dabei gefühlt habe und wie unser Puschi wieder nach Hause kam.

Kurz vor Weihnachten sind wir mit unseren drei Katzen Mammina, Shadow und Puschi von München in die Nähe von Nürnberg gezogen. Ursprünglich wollte ich einen Blogpost über den Umzug schreiben, doch dann kam alles anders als gedacht, gehofft, erwartet.

Unser Umzug

Kurz vor Weihnachten ging es los, wir packten unsere drei Katzen und fuhren zwei Stunden von unserem alten Zuhause in unser neues. Jede war in ihrer eigenen Transportbox, nebeneinander auf dem Rücksitz gut und sicher untergebracht. Wir fuhren in der Dämmerung und deckten die Boxen zusätzlich ab, um die Katzen damit zu beruhigen. Zuvor bekamen sie schon eine homöopathische Beruhigung von mir – so ein zweistündiger Umzug ist ja schließlich nicht ohne….

Die Fahrt hat schließlich sogar besser geklappt als erwartet. Mammina gab kaum einen Muchs von sich, Shadow ab und an mal, nur Puschi war der Unruhigste. Von seiner Box nahmen wir schließlich auch die Decke ab, weil wir merkten, dass er es angenehmer findet, ein bisschen mehr mitzubekommen.

Als wir dann die Fahrt hinter uns gebracht hatten, stellten wir die Boxen im Wohnzimmer unseres neuen Zuhauses auf und ließen die Katzen gleichzeitig raus. Shadow und Puschi waren sofort super aufgeschlossen und erkundeten ihr neues Zuhause, Mammina versteckte sich ersteinmal bis circa Mitternacht unter einem Sessel. Das kam uns natürlich bekannt vor und deshalb machten wir uns keine großen Sorgen. Wie sich später zeigte zurecht, das ist einfach ihre Art mit Veränderungen umzugehen. Innerhalb zwei Tagen war das Thema “Verstecken” vom Tisch und die kleine Maus verhielt sich in ihrem neuen Zuhause ganz super.

Shadow blühte in ihrem neuen Zuhause sogar richtig auf. Sie wurde viel selbstbewusster, erkundete alles ganz genau, freute sich auch über Besuch und fing an, bei uns mit im Bett zu schlafen. Der Umzug tut ihr bis heute rundum gut und ich bin wahnsinnig stolz auf meine wundervolle Katzendame.

Puschi tat sich die ersten zwei Tage sehr leicht mit allem, fing sogar an seine zwei Mädels abzulecken, was er vorher nie machte. Am dritten Tag fing er an der Hautüre an zu kratzen, zu jammern und zu weinen. Er zeigte uns, ganz typisch Norweger Katze, dass er unbedingt raus wollte. Allerdings war mir das nach drei Tagen zu früh. (Jetzt im Nachhinein sehe ich das anders). Deshalb verbrachten wir weitere Tage damit, Puschi dabei zu beobachten, wie sich sein sonst ganz ausgeglichenes Wesen veränderte. Er entwickelte einen Tick. Puschi schlief bei uns im Bett, stand irgendwann auf, ging runter zur Haustür, jammerte und kratze und als er merkte, dass er nicht raus durfte, ging er wieder hoch ins Bett. Er interessierte sich für nichts, außer endlich nach außen zu kommen. Nach einem Gespräch mit einer Kollegin von mir, entschieden wir nach ein paar Tagen, gemeinsam mit ihm raus zu gehen. Etwas unsicher, aber wohl ziemlich erleichtert klappte der erste Freigang ziemlich gut. Er lief einmal den Garten ab, schnupperte an allem und ging dann von alleine wieder rein. Als es dämmerte, wollte er erneut raus. Obwohl ich es besser wusste, gewann meine Angst und wir ließen es nicht zu. Puschi war verwirrt und fing wieder mit seinem Spleen an. Am nächsten Tag gingen wir wieder kurz mit ihm raus, er traute sich komischerweise nur ein paar Meter in den Garten und ging dann wieder rein. Nach über einer Woche war es dann so weit, wir entschieden, dass die ganze Truppe gemeinsam ihren ersten Freigang bekommt und das hat sooo wunderbar geklappt! Ich war die stolzeste Katzenmami überhaupt.

Weihnachten

Katie plötzlich verschwunden

Furchtbarer hätte mein Jahr nicht enden können. Um 19 Uhr an Heiligabend habe ich meinen geliebten Kater Puschi das letzte mal gesehen. Ab da kam er nicht wieder nach Hause. Viele von euch haben meine Suche bestimmt über Instagram und Facebook mitbekommen und auch mächtig mitgeholfen. Ihr habt seine Suche so viel und intensiv geteilt, dass ich ehrlich gesagt gar nicht weiß, wie ich euch das jemals danken kann.

Ihr habt mir mit euren Shares und lieben Worten so viel Mut und Hoffnung gemacht und unheimlich viel Kraft gespendet. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie viele Male Puschis Gesuch geteilt wurde, ich hatte irgendwann das Gefühl halb Deutschland sucht ihn. Ich konnte nur staunen und war zu Tränen gerührt. Die Katzen- und Tier-Community ist wirklich etwas ganz, ganz besonderes!

Meine Gefühle

Ich muss ganz ehrlich sagen, obwohl ich auch schon das ein oder andere in meinem Leben wegstecken musste – nichts war mit Puschis Verschwinden zu vergleichen.

Die Ungewissheit, was mit meinem Schatz passiert ist, hat mich zermürbt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich in meinem ganzen Leben nie wieder glücklich sein werde. Ich habe so viel geweint und unheimlich gelitten. Aber ich habe nicht aufgeben und wirklich alles Menschen mögliche getan, um ihn wieder zu finden. Ich hätte mir nie verziehen, hätte ich das alles nicht gemacht. (Dazu bald in einem zweiten Post mehr).

Ich wünsche wirklich niemandem, von heute auf morgen sein geliebtes Tier zu vermissen und absolut gar nicht zu wissen, was passiert sein könnte. Meine Katzen sind für mich Familienmitglieder und ich weiß, dass das ganz vielen so geht. Ich würde mir also wünschen, dass das von manchen Seiten etwas weniger belächelt wird. Denn diese Zeit ist der Horror und verträgt keine Besserwisser, Schuldgefühleinreder oder Belächler!

Was könnte mit Puschi passiert sein?

Wir hatten drei Theorien.

  1. Die erste hielt ich am Anfang für am unwahrscheinlichsten. Je länger Puschi aber weg blieb und auch von niemandem gesehen wurde, desto mehr zog ich sie in Betracht. Eventuell war er auf dem Weg in sein 200 km entferntes Revier in München. Die Vorstellung fand ich ganz furchtbar, denn dann hätte er quasi in halb Bayern sein können. Außerdem wäre ihm sein Revier dann wichtiger als wir Bezugspersonen gewesen. Das hätte natürlich weh getan aber zeitgleich hätte es mich auch verwundert. Da Puschi wieder aufgetaucht ist, war es diese Theorie nicht.
  2. Er wurde irgendwo in der Umgebung eingesperrt. Ja, eventuell ist mein neugieriger Schatz an Heiligabend etwas durch die Nachbarschaft gezogen, in eine Garage oder einen Keller gehuscht und unbemerkt  eingesperrt worden. Eine wirklich schreckliche Horrovorstellung, weil er so natürlich nicht an Futter und Trinken kommt und elendig sterben könnte, falls ihn niemand rechtzeitig findet oder wieder frei lässt.
  3. Er wurde von einem Kater verjagt und hat dann nicht mehr zurück gefunden. Diese Theorie halten wir aus folgenden Gründen am wahrscheinlichsten: nach Puschis Verschwinden saßen die nächsten zwei Tage und Nächte plötzlich zwei Kater vor unserer Haustür und hielten sich bei uns im Garten auf, die hier zuvor noch nie gesehen wurden. (Wir haben uns vor dem Einzug erkundigt, welche Katzen sich hier so rumtreiben) Sie wurden wohl durch Puschis Geruch angezogen. Zwei Tage hielten sie sich bei uns in der Nähe auf und leisteten sich eines nachts auch einen heftigen Fight miteinander. Am dritten Tag etwa waren sie verschwunden. Einer der beiden lauerte Puschi nun vor zwei Tagen nachts wieder auf und attackierte ihn auch. Zum Glück war ich auch gerade außen und konnte beide sofort trennen. Mein Schatz war so klug und rannte sofort ins Haus. Auch wenn Puschi sehr groß wirkt und einen auf Macker machen kann, ist er ein ziemlicher Schisser. Außerdem ist er mit seinen 15 Jahren auch nicht mehr der jüngste. Ich halte es also für gut möglich, dass er von den Katern vertrieben wurde und dann so weit weg war, dass er sich verlaufen hat und trotz unserer intensiven Suche nach ihm, nicht mehr zurück fand.

Auf jeden Fall steht fest: Puschis Revier (also auf jeden Fall unseren Garten) müssen wir noch für ihn erobern. Kann ja nicht sein, dass mein Schatz direkt vor der Haustür von einem anderen Kater angegriffen wird.

Wie wir Puschi wieder gefunden haben

Wenn ich heute daran denke, fange ich wieder zu zittern an und mir kommen die Tränen. Was für ein Augenblick!!!

Ich blickte am späten Abend des 4. Januar aus der Tür. So hab ich es oft gemacht in den letzten Tagen. Es war 22.45 Uhr als ich einen großen, dunklen Schatten durch unseren Garten laufen sah. Ich öffnete die Tür und rief leise “Puschi?”. Da wusste ich es und ich fing am ganzen Körper an zu zittern. Ich drehte mich zu meinem Mann und sagte “Oh Gott da ist Puschi”. Wir bewegten uns langsam auf ihn zu und sagten nochmal seinen Namen. Da kam er auch sofort meckernd auf uns zu gelaufen. Das Meckern kam uns sehr bekannt vor, so macht er es immer, wenn wir nach einer Woche oder wenigen Tagen aus dem Urlaub zurück kommen. Puschi ging sofort mit ins Haus, wurde von Mammina begrüßt und lief gleich zu den Näpfen und haute erstmal ordentlich rein.

Ich machte schnell ein Foto, das super verschwommen war und lud es in meine Instagram Stories. “Er ist da!!!!”. Für mehr war gerade keine Zeit, aber ich wollte euch unbedingt daran teilhaben lassen. Ihr habt so mitgefiebert, mich so unterstützt und so oft geschrieben, dass meine Seite die erste auf Instagram ist, die ihr aufruft, weil ihr euch wünscht, dass es endlich positive Neuigkeiten gibt. Deshalb wollte ich auch, dass ihr sofort Bescheid wisst. Ich hatte in Sekunden so viele Rückmeldungen, die ich alle gar nicht beantworten konnte. Aber ich habe sie alle gelesen und mich so unendlich gefreut, dass ihr euch mit uns freut!!!

Puschi schnurrte und schnurrte und war sichtlich froh, dass er wieder bei uns war. Er war ziemlich dünn. Sein langes Fell überdeckt das, aber wenn ich ihn streichle fühle ich die Knochen. Er hat aber guten Hunger und Durst und ich denke, das kriegen wir wieder hin. Verletzungen hatte er keine. Sein Fell war etwas verzottelt, aber er hatte keine kahlen Stellen oder ähnliches.

Ich bin so glücklich, dass ich genau in diesem Moment aus der Tür geschaut habe, denn ich weiß nicht, ob Puschi von alleine zum Eingang gefunden hätte. Manchmal meint es das Schicksal eben gut mit einem.

Wie geht’s ihm jetzt?

Ganz der Alte ist er von seinem Gemüt noch nicht, man merkt ihm an, dass er schwere Tage hinter sich hat. Früher verbrachte er seine Zeit lieber außen als innen und war wohl der “freiste” von meinen drei Schätzen. Das, was passiert ist, hat ihn verschreckt. Er verbringt nun die meiste Zeit innen. Was er aber ziemlich schnell nach seiner Rückkehr gemacht hat, er hat geprüft ob er raus und wieder rein kann. Er ist noch am gleichen Abend zwei mal durch die Katzenklappe raus, hat sich sofort gedreht und ist wieder rein. Auch am nächsten Tag hat er das gemacht. “Eingesperrt” zu sein ist für meinen Freigeist das aller schlimmste. Er ist derzeit sehr anhänglich und geht fast nur für sein Geschäft raus und kommt dann ziemlich schnell wieder rein. Ich will nicht leugnen, dass das gerade ziemlich gut für meine Nerven ist. Das Katzenklo hat er noch nie gemocht und es war ihm ein Graus darauf gehen zu müssen, als er nach dem Umzug nicht raus durfte. Außerdem ist er noch ziemlich verzottelt. Da ihm das Bürsten nicht taugt, möchte ich ihm das derzeit auch noch nicht “antun”. In den letzten Tagen konnte er auch bereits etwas zulegen, aber da muss noch deutlich mehr auf die Rippen. Gestern hat er auch schon etwas außen im Schnee gespielt. Puschi liebt Schnee. Das war wirklich zuckersüß zu beobachten!

Natürlich hat er von mir schon etwas Homöopathisches für seine Traumabewältigung bekommen.  Außerdem schenken wir ihm all unsere Liebe und Geborgenheit, so dass er wieder ganz der Alte werden kann, wenn er es möchte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das alles mit der Zeit wieder wird

Vom Tierarzt werden wir ihn auch noch auf organische Schäden abchecken lassen, aber jetzt soll er erstmal in Ruhe ankommen und alles überwinden. Ich will ihm nicht noch mehr zumuten.

Gedanken, die mir kamen und kommen

  • Ich finde, Tierärzte sollten jeden Chip des Tieres, dass zur Behandlung zu ihnen kommt, auslesen und auf den Besitzer prüfen. Ich wette, auf diese Weise würden so so viele Tiere, die vermisst sind, wieder zu ihrem Besitzer zurück kommen.
  • Ich hätte Puschi bereits am dritten Tag uneingeschränkten Freigang geben sollen. Ja, das Risiko ist immer da, dass eine Freigängerkatze verschwindet. Egal ob nach einem Tag oder nach einem halben Jahr. Ich glaube aber, Puschi wäre lockerer gewesen, wenn er diesen Spleen vorher nicht entwickelt hätte.
  • Während Puschis Abwesenheit hörte ich ziemlich viele Schauermärchen. Unter anderem, dass Jäger Katzen schießen dürfen, wenn diese sich mehr als 100m vom nächsten Wohngebiet weg befinden. Da der nächste Wald nicht weit weg ist, hatte ich ehrlich gesagt große Angst, dass Puschi dieses Schicksal treffen könnten. Ich finde das ehrlich gesagt ganz schrecklich, dass Jäger Katzen schießen dürfen und finde, da sollte schleunigst eine Gesetzesänderung her. Katzen sind doch Familienmitglieder!! Weiter möchte ich das Thema, dass mich als Tierschützer wirklich sehr wütend und traurig macht, an dieser Stelle nicht ausführen.
  • Es gibt kein Schema-F bei Lebewesen. Wenige Menschen haben mir während Puschis Abwesenheit oder auch danach geschrieben, ich solle ihn das nächste mal drei Monate (oder sogar länger) im Haus behalten, dass er sich ans Haus binden kann. So mache man das mit Katzen. Absoluter Quatsch und ich hoffe, solch eine Meinung wird nicht verbreitet. Jedes Tier ist anders. Puschi wäre mir eingegangen, hätte ich ihn sooo lange als Freigeist nicht raus gelassen. Selbst eine Woche war in diesem Fall schon zu lang. In meiner Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin für Katzen habe ich als Anhaltspunkt “zwei Wochen” gelernt. Wenn eine Katze eine große Bindung zu ihren Menschen hat, kann ein Freigang viel früher erfolgen, als wenn neue, verschüchterte Katzen in den Haushalt ziehen. Bitte versucht Menschen, die in der Situation stecken, nicht mit “falschen, klugen Ratschlägen” zu belehren.
  • Es gibt so viele wahnsinnig tolle Menschen auf dieser Welt!!! Nach all den schlimmen Dingen, die auf dieser Welt passieren, habt ihr mir gezeigt, dass es auch so viele, ganz wundervolle Menschen gibt. Ihr habt so viel an Puschi gedacht, obwohl wir uns gar nicht kennen. Ihr habt mir Dinge geschrieben wie “Ich habe an Silvester eine Wunderkerze für Puschi angezündet”, “Ich wünsche mir so sehr, dass du schreibst, dass er wieder da ist”, “Du musst dich nicht jedes mal bedanken, wenn ich sein Gesuch poste, du hast genug um die Ohren”, “Ich werde sein Gesuch jetzt jeden Tag posten, bis er wieder da ist” oder “wie kann ich dir helfen?”. Das war wirklich der absolute Wahnsinn und hat mich so unglaublich gerührt. Ihr seid toll, danke

Schaue ich Puschi heute an, kullern mir immer noch so oft die Tränchen vor Erleichterung und Glück. Auch diesen Text zu schreiben, wühlt mich sehr auf. Dass mein Katerle wieder da ist, ist für mich ein großes Wunder!!! Elf schlimme Tage liegen hinter uns. Ich habe die Hoffnung zwar nicht aufgegeben und immer weiter und weiter gesucht, aber je mehr Tage verstrichen, desto komischer wurde das Gefühl.

In meinem nächsten Post möchte ich euch ein paar Tipps geben, die euch helfen können, eine verschwundene Katze wieder zu finden. Viele davon bekam ich von euch. Ein Tipp, den ich ausprobiert habe, hat mir besonders Mut gemacht. In meinem Post möchte ich sie alle sammeln und erklären.

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