Der ein oder andere von euch, der mich vielleicht schon ein bisschen länger kennt, der weiß, dass mir heimatlose Katzen unheimlich am Herzen liegen. Auch im Urlaub kann ich nicht weg sehen und habe deshalb das Gatille Cecina, ein kleines Katzentierheim in der Toskana, besucht. Was ich dort gesehen habe, wird mich wohl für immer prägen.

Heute habe ich keinen verhaltenstherapeutischen Beitrag für euch, kein Rezept oder auch kein DIY. Heute möchte ich euch von meinem Urlaubserlebnis in der Toskana erzählen.

Seit vielen Jahren fahren mein Mann und ich in ein kleines Häuschen in der Nähe von Cecina (Toskana). Dort zu sein macht meinen Kopf klar, denn um uns herum ist nur Natur und ein wunderbarer Blick vom Hügel auf das Meer. Dort kann ich auftanken und finde wieder zu mir zurück, falls ich mich mal ein bisschen verloren habe. Gern würde ich dort mal ein wenig länger leben, als immer nur eine Woche. Aber das ist eine andere Geschichte

In Cecina gibt es einen Supermarkt, bei dem sich am Eingang ein kleiner Behälter befindet, in den man Katzenfutter für Streunerkatzen werfen kann. Seit fünf Jahren versuchte ich herauszufinden, wer die Menschen sind, die sich um die vielen Streunerkatzen in der Gegend kümmern und vor allem, wo das ist. Das Katzentierheim war jedoch immer sehr schwierig zu finden, denn selbst Einheimische oder die Besitzerin einer Zoohandlung konnten mir nie eine Auskunft darüber geben.

Doch dieses Jahr habe ich es endlich gefunden! Endlich! Das lag mir so am Herzen! Es lag sehr abgelegen. Es wundert mich also nicht, dass so viele Menschen dort gar nicht wissen, wo sich die Einrichtung befindet.

Das kleine Katzentierheim in der Toskana

Natürlich haben wir uns sofort mit Leckerlis, die ich dort im Urlaub immer in der Tasche habe, auf den Weg zum Katzentierheim gemacht. Leider waren wir nicht zu den Öffnungszeiten dort, weshalb ich meine Leckerlis nur vor dem Tierheim los wurde und nicht innen. Was lag also nahe? Ab in den Supermarkt, eine Tüte voller Katzenfutter kaufen und am nächsten Tag wieder hin fahren.

Als wir am nächsten Tag dann schließlich zu den Öffnungszeiten beim Gattile die Cecina (Katzentierheim in der Toskana) ankamen, begrüßten uns zwei sehr nette Frauen. Darunter Alice, die erst 16 Jahre als ist und dort jeden Tag ehrenamtlich mithilft. Da ich kaum italienisch spreche (das muss sich ändern), führte mich Alice, die zum Glück etwas englisch konnte, durch das Gattile. Für mich eines der schönsten Erlebnisse, meines ganzen Lebens.

 

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Das kleine Gattile ist ein mittelgroßes Gelände, das in verschiedene Zonen und Hütten unterteilt ist. Etwa 60 Katzen nennen es ihr Zuhause und es werden immer mehr. Es gibt Bereiche für kranke Katzen, die dort behandelt werden und ihren Lebensabend dort verbringen dürfen. Dann gibt es noch Einrichtungen für Kitten und tragende Katzen. Als wir zu Besuch waren, lebten einige Kitten dort. Sogar welche, die erst einen Tag alt waren. Ihre Mutter durfte sich dort in aller Ruhe um ihren Nachwuchs kümmern. Die kleinen hatten Glück, dass sie im Gattile zur Welt kommen durften, denn hier bekommen sie gleich von Anfang an die bestmögliche Versorgung.

Viele haben nicht das Glück. So sah ich auch kleine Kitten, gerade einmal vier Wochen alt, denen Augen fehlten, oder bei denen sich Fleisch durch die Augen drückte. Kein schöner Anblick, aber das ist die Realität bei Kitten, die ohne jegliche Versorgung irgendwo zur Welt kommen. Auch bei uns in Deutschland. Auch um diese Schätze wird sich in dem kleinen Katzentierheim in der Toskana natürlich gekümmert.

Und dann gibt es noch die gesunden, erwachsenen Katzen. Diese können quasi im ganzen Gattile aufhalten und sogar raus gehen, wann immer sie wollen. Die meisten halten sich aber jedoch innen auf, da sind sie sicher, bekommen zu fressen und Zuneigung so weit es die Zeit zulässt – was will man mehr.

Generell gingen die freiwilligen Helferinnen wahnsinnig liebevoll mit allen Katzen im Gattile um und kannten jede einzelne beim Namen. Insgesamt arbeiten dort vier Frauen, die nicht nur die Katzen im Gatille versorgen, sondern auch viele Futterplätze für Katzen in der Gegend. Ich bin wahnsinnig beeindruckt – von den Frauen und der ganzen Einrichtung. Würde ich dort leben, ich wäre auch jeden Tag dort und würde mithelfen. Am liebsten, ihr könnt es euch vorstellen, hätte ich jede Katze mit zu mir nach Hause genommen.

Das Glück haben im Gattile übrigens nur sehr wenige. Mit viel Glück, werden dort so etwa 4 Katzen im Jahr adoptiert. Die zuckersüßen Katzen und auch goldigen Kitten, werden ihr “Zuhause für immer” im Gattile finden. Und das ist wirklich ein großes Glück für die Katzen. Vor allem als ich die Kitten sah und mit innen geschmust und gespielt habe, dachte ich mir, wie schnell sie bei uns in Deutschland ein tolles, neues, liebevolles Zuhause finden würden….

Da mich diese Einrichtung, das Herzblut der ehrenamtlichen Helferinnen und die Katzen so sehr berührt haben, war ich insgesamt drei mal während meines Urlaubs dort. Jetzt, zwei Wochen später, vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht ans Gattile denke.

Da das kleine Katzentierheim zum aller größten Teil auf Spenden angewiesen ist, möchte ich vor Weihnachten noch einmal in Aktion treten und ihnen eine Weihnachtsspende zukommen lassen. Mal sehen, was ich für die kleinen Mäuse dort sammeln kann. Am allermeisten wird natürlich Futter gebraucht, aber ich bin mir sicher, dass sich die Katzen auch über neues Spielzeug und andere Katzendinge freuen werden. Ihr seid also herzlich eingeladen, mitzusammeln.

Und außerdem überlege ich, ob es vielleicht tatsächlich möglich ist, Katzen für die Vermittlung nach Deutschland zu holen. Da die Frauen vor Ort noch nie in ein anderes Land vermittelt haben, konnten sie mir darüber keinerlei Auskunft geben. Ich werde mich auf jeden Fall erkundigen, was dafür alles nötig wäre. Falls jemand von euch in der Vermittlung von Auslandstieren tätig ist, und Infos für mich hat, würde ich mich sehr darüber freuen.

Und jetzt möchte ich mich bei euch bedanken, dass ihr euch meinen kleinen Beitrag zum Gattile die Cecina durchgelesen habt. Viiiielen Dank für euer Interesse!

Liebst, eure Annika

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