Der ein oder andere von euch weiß bestimmt, dass unsere süße kleine Shadow sich irgendwann dazu entschieden hat bei uns einzuziehen und früher einmal Nachbars Katze war. Heute soll es darüber gehen, wie ihr euch als Katzenhalter in dieser Situation am besten verhaltet – den Katzen gegenüber und auch den Nachbarn.

Meiner Meinung nach ist es eines der faszinierendsten Dinge an Katzen – sie suchen sich ihren Halter selber aus und bleiben nicht einfach irgendwo, wo es ihnen nicht gefällt oder sie kaum Zuneigung bekommen. Die Rede ist natürlich nur von Freigängern – ist klar.

Wenn Nachbars Katze bei dir einziehen will

Genau das gleiche ist uns nämlich passiert. Unsere Kätzin Shadow entschied sich vor zwei Jahren bei uns und unserem Zweierkatzengespann zu wohnen. (Shadows Geschichte könnt ihr hier nachlesen). Vor kurzem hat mir eine liebe Leserin, mit der Bitte um Rat geschrieben, denn auch bei ihr bemüht sich eine Katzendame aus der Nachbarschaft um den Einzug. Damit das gut gelingt, sollten man ein paar Dinge beachten. Und genau darum soll es heute gehen.

Warum sich Katzen ein neues Zuhause suchen

Hier kann es ganz viele Gründe geben. Ich will euch ein paar aufzählen:

  • Mangelnde Aufmerksamkeit (Halter ist viel weg)
  • Katze fühlt sich einsam
  • Katze wird von anderen Katzen gedisst
  • Zu viel Stress im Zuhause (Lärm, zu viele Menschen)
  • Katze wird nicht gut behandelt
  • Katze versteht sich nicht gut mit Kindern
  • Katze fühlt sich durch Baby vernachlässigt
  • Katze bekommt zu wenig Futter

Katzen entscheiden sich in der Regel nicht nach dem Motto “so jetzt geh ich weg, mal schauen wo ich unter komme”, sondern haben meist schon ein neues Zuhause auserkoren, bevor sie dem alten Zuhause Good Bye sagen.

Was ist im neuen Zuhause anders?

Auch hierfür kann es eine Vielzahl von Gründen geben. Höchstwahrscheinlich ist es im neuen Zuhause einfach viel angenehmer für die Katze. Viel weniger Stress, viel mehr Aufmerksamkeit, regelmäßiges Essen und eventuell auch Katzenkumpel. Oder aber auch keine Katze, die einen ärgert und ganz viel Streicheleinheiten eines ruhigen Menschen.

Wie verhalte ich mich den Nachbarn gegenüber?

Wenn ihr merkt, dass sich die Nachbarskatze vermehrt bei euch aufhält, solltet ihr auf jeden Fall den Nachbarn darüber informieren. Dieser sollte sich bewusst machen, woran es liegt, dass seine Katze die Nähe eines anderen Hauses und dessen Bewohner sucht. An erster Stelle steht das Wohl der Katze. Seid ihr bereit diese Katze aufzunehmen? Gut, darüber wird sich die Katze sehr freuen. Was ihr aber auf jeden Fall benötigt ist das Einverständnis des früheren Halters. Einfach eine Katze aufzunehmen, ohne den Halter darüber zu informieren und alles mit ihm abzusprechen geht gar nicht!

Wenn sich die Katzen nicht vertragen

Wenn die Katze entscheidet, zu euch zu ziehen, dann hat sie gute Gründe dafür. Dennoch kann es passieren, dass sie bei den bereits im Haushalt lebenden Katzen nicht sofort gut ankommt.

So war es auch bei mir. Mein Kater Puschi liebt alle Katzenladies, er hatte absolut keine Probleme mit Shadows Einzug. Mammina dagegen verscheuchte Shadow anfangs immer. Mammina ist eine kleine Diva, sie wird sehr schnell eiversüchtig, wenn man einer anderen Katze mehr Aufmerksamkeit schenkt als ihr. Zudem betritt eine dritte Katze ihr Revier, das muss natürlich verteidigt werden. Hier liegt es schließlich an euch, den Haltern, den Katzen das Zusammenleben zu erleichtern und für weniger Rivalität im Haus zu sorgen.

Wie ihr als Halter eure Katzen unterstützen könnt

  • Ihr als Halter spielt eine ganz zentrale Rolle für ein friedliches Zusammenleben des neuen Dreiergespanns. Zu aller erst solltet ihr euch ganz bewusst dazu entscheiden, die neue Katze anzunehmen. Katzen spüren die Einstellung ihres Gegenüber. Ist sie für euch immer noch ‘Nachbars Katze’, so wird sie von allen vierbeinigen Mitgliedern nicht richtig akzeptiert.
    Bei Shadow hat man einen bemerkenswerten Unterschied in ihrem Verhalten gespürt, von der Sekunde an, an der wir gesagt haben, okay, du gehörst jetzt offiziell zu uns. 
  • Außerdem solltet ihr die neue Katze niemals bevorzugen. Das fällt einem schwer, denn gerade der neuen Katze möchte man viel Aufmerksamkeit schenken, wenn sie diese vorher vielleicht nicht bekommen hat. Das würde aber die Eifersucht der anderen Katzen anschüren. Kümmert euch deshalb vermehrt um die Katzen, die vorher schon bei euch gelebt haben. Merken diese, dass sich eure Zuneigung trotz der neuen Katze ihnen gegenüber nicht ändert, sehen sie den Einzug der neuen Katze entspannter.
  • Um eure Katzen nicht weiter zu verunsichern, solltet ihr wegen der neuen Katze keine Regeln brechen. Katzen sind Rituale sehr wichtig, um sich wohl zu fühlen. Haltet also unbedingt alle bisherigen Rituale ein. Das beinhaltet so Dinge wie Essenszeiten, Spielzeiten, Streicheleinheiten und auch die bekannten Orte. Futterstellen oder das Katzenklo sollte weiterhin dort stehen, wo es stand und eure Katzen sollten weiterhin dort schlafen oder sich aufhalten, wo sie auch zuvor schon hin durften.
  • Vermeidet auf jeden Fall Futterneid. Alle Katzen sollten zur gleichen Zeit Futter oder Leckerlis bekommen und keine Katze sollte das Futter der anderen klauen. Oft werden die schwächeren Katzen (meist die neue) beim Essen angegriffen. Einfach um die Dominanz klar zustellen.
  • Gemeinsame Aktivitäten steigern die Akzeptanz und kräftigen das neue Rudel. Jetzt sind eure Fähigkeiten als Katzenhalter gefragt. Ergibt es die Situation, so solltet ihr euch gleichzeitig mit beiden Katzen beschäftigen, die sich noch aneinander gewöhnen müssen. Versucht sie parallel zu streicheln, versucht sie gleichzeitig zu streicheln (zum Glück haben wir zwei Hände ) oder lasst euch andere gemeinsame Aktivitäten einfallen. Bei uns haben gemeinsame Spaziergänge kleine Wunder bewirkt. 
  • Eines ist ganz wichtig, die Katzen müssen ihre Rangordnung immer selbst herstellen. Bei uns ist zum Beispiel Puschi ganz klar der Chef, an ihm führt kein Weg vorbei. Dann kommt unsere kleine Diva Mammina und Shadow musste sich schließlich allen unterordnen – womit sie aber kein Problem hatte. Es kommt auch heute immer noch vor, dass der ein oder andere versucht nochmal etwas an der Rangordnung zu rütteln, aber das ist bei Katzen ganz normal. Um solch eine Rangordnung herzustellen, kommen die Katzen um Rangeleien miteinander nicht umher. Da wird gern einmal ein (oder auch mehrere) Katzenhieb ausgeteilt, da wird gefaucht und auch etwas geschrien. Aber das müssen die Katzen. Ihr als Katzenhalter solltet nur dazwischen gehen, wenn ein Katzenkampf zu Verletzungen führen könnte. Ich weiß, das ist oft nicht leicht mit anzusehen, aber da müssen eure Katzen durch, um später friedlich miteinander leben zu können.
  • Es gibt homöopathische Mittel, mit denen man seine Katzen in solch einer Situation unterstützen kann. Bachblüten oder Homöopathika können für mehr Akzeptanz und weniger Eifersucht eingesetzt werden. Wendet euch hierfür am besten an einen Verhaltenstherapeuten für Katzen, der euch in der Wahl des richtigen Mittels für euren Fall beraten kann.
  • Mit das wichtigste ist es, euch und dem neuen Rudel Zeit zu geben. In den wenigsten Fällen klappt alles nach einer Woche oder einem Monat. Mammina verteilt auch heute noch den ein oder anderen Pfotenhieb. Ganz harmlos und ohne Krallen. Nur mal um kurz zu zeigen, hey, ich bin die Stärkere.

Ich denke, wenn zwei (oder auch drei) zuvor völlig fremde Katzen nach einiger Zeit miteinander leben können, ohne sich anzugreifen oder zu verletzen, ist das wirklich ein toller Weg! Bleibt dran, das kann wirklich klappen!

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PS: Das absichtliche Anfüttern von fremden Katzen ist übrigens ein No-Go!

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