Nicht nur wenn Freigänger aufeinander treffen, passiert es. Auch Wohnungskatzen zanken sich öfter, als uns lieb ist. Ist Streit unter Katzen normal und wann sollten wir uns einschalten? Da mich in der letzten Zeit einige von euch deshalb kontaktiert haben, habe ich mich entschieden, eine kleine “Streit unter Katzen”-Reihe hier auf katze kitten kater zu starten.

Streit unter Katzen

Streit unter Katzen

Viele Katzenhalter machen sich schnell große Gedanken, wenn sie ihre Katzen zoffen sehen. Sie fragen sich dann oft, ob das Verhalten normal ist, oder ob der Katzenstreit schon über das Normale hinaus geht.

Ich finde es super, Nachrichten und Fragen von euch zu bekommen. In meinen Augen können sich ganz viele Katzenhalter ein Beispiel an euch nehmen. Denn viele trauen sich nicht darüber zu reden, wenn ihre Katzen Probleme machen. Vielleicht schämen sie sich, ich weiß es nicht…

Aber anstatt die Sache auszusitzen, oder gar eskalieren zu lassen, ist es doch viel sinnvoller einfach mal nachzufragen. Katzentherapeuten können euch in Fällen von Unsicherheit viele nützliche Tipps geben. Und keine Angst, ein Beratungsgespräch mit einem Verhaltenstherapeuten ist gar nicht teuer und wie ich finde, jeden Cent wert. Der Katzen zuliebe.

Und außerdem gibt es ja zum Beispiel auch noch diesen Blog. Ich versuche euch hier so viele Tipps wie möglich zu geben…

Dieses Verhalten ist absolut normal

Bloß keine Panik, wenn sich deine Katzen mal zanken. Genau wie bei uns Menschen haben auch Katzen mal schlechte Tage, zicken sich an und streiten dann auch. Bei Tieren wird ein Streit nicht wörtlich ausgefochten, sondern eben körperlich.

Normal sind Dinge wie:

  • Fauchen: Fauchen ist ein ganz normales Verhalten unter Katzen und sollte auch nicht von uns Menschen unterbunden werden und vor allem nicht bestraft werden. In der Regel faucht eine Katze wenn sie Angst hat oder sich bedroht fühlt. Faucht eine Katze also eine andere an, so möchte sie etwa sagen: “Ich hab ein bisschen Angst vor dir. Ich bin total harmlos, tu mir bitte nichts.” Viele Katzen akzeptieren dies uns ziehen sich dann zurück. Dominante Krawallmacher können aber auch etwas hartnäckiger sein. Eine fauchende Katze ist meist diejenige, die sich unterlegen und unsicher fühlt.

Tipp: Attackiert dich deine Katze manchmal? Versuche, sie vor ihrer Attacke anzufauchen.

  • Knurren: Habt ihr eure Katze schon mal knurren gehört? Meine Katzen knurren zum Beispiel vor allem am Gartenzaun, wenn mal wieder ein Hund zu nahe kommt. Knurren ist eine ganz typische Angst-Reaktion und ist quasi noch eine Stufe höher einzustufen als das Fauchen. Die knurrende Katze fühlt sich stark bedroht und unsicher und möchte dies ihrem Gegenüber signalisieren.
  • Pfotenhiebe: Wenn deine Katze Pfotenhiebe austeilt, musst du erstmal nichts befürchten. Manchmal wollen sie einfach ihr Revier etwas abstecken oder der anderen Katze zeigen, dass man den Mut hat auch mal auszuteilen.
  • Katzen-Wollknäuel: Wenn sich Katzen attackieren und ein (wie ich es nenne) Katzen-Wollknäuel bilden, dann sieht das meist furchtbar aus, muss aber noch lange nicht schlimm sein. Ein Katzenkampf kann schon mal passieren. So lange dies nicht die Regel ist und keine Katze Verletzungen davon trägt, dann möchten die Katzen einfach ihre Rangordnung im Katzenrudel klar machen. Ab zwei Katzen im Haushalt gibt es immer eine Rangordnung unter Katzen. Bei mir ist Puschi zum Beispiel der Anführer, danach kommt Mammina und Shadow hat sich ganz hinten in der Rangordnung eingefügt. Leider ist sie auch diejenige, die am meisten abkriegt. Sie weiß sich jedoch zu verteidigen (Fauchen) und Mammina belässt es dann nur bei oberflächlichen Frotzeleien. Kein Problem also.

Dieses Verhalten ist nicht mehr normal

Wie ihr seht, kann ein Streit unter Katzen absolut normal sein. Kann. Denn wenn es über das Normale hinaus geht, dann sollte man sich als Katzenhalter Gedanken machen und handeln.

Nicht mehr normal sind Dinge wie:

  • Regelmäßige Attacken: Ab und an ist wirklich in Ordnung. Gehören die Attacken unter den Katzen aber schon zur Normalität und Routine, dann sollte man das Verhalten der Katzen hinterfragen. Eine ausgeglichene Katze ist normalerweise nicht so attackierfreudig.
  • Verletzungen: Wenn bei einem Katzenkampf mal ein Kratzer hervor geht, ist das in Ordnung, das kann schon mal im Eifer des Gefechts passieren. Sind die Verletzungen aber schlimmerer Natur und kommen auch noch häufiger vor, dann sollte man auch hier handeln.
  • Katze zieht sich zurück: Manchmal gehen die Attacken einer Katze so weit, dass die andere so sehr verunsichert und verängstigt ist, dass sie sich nur noch zurück zieht. Das sollte auf keinen Fall passieren. Das Leben der Katze ist so wirklich nicht mehr schön. Sie hat eine stetige Unsicherheit und Angst in sich, dass sie sich einfach nicht mehr traut sich in ihrem Revier frei zu bewegen. Dies kann sogar zu Unsauberkeit und Depression führen.
  • Katze ist ständig auf der Lauer: Oft ist die lauernde Katze der Gegenpol zu der Katze, die sich zurück zieht. Die lauernde Katze hat so viel Groll auf die andere, dass sie sie auf Schritt und Tritt beschattet und auch sogar aus dem Nichts attackiert. Auch dieses Verhalten ist nicht mehr normal und auch hier sollte sich Rat eingeholt werden.

Ich hoffe, meine Beispiel helfen euch weiter um unterscheiden zu können, ob der Streit zwischen euren Katzen noch normal ist, oder ob ihr handeln solltet.

Stellst du fest, dass eine deiner Katzen extrem attackierbereit ist oder sich stark zurück zieht, solltest du erst einmal den Tierarzt aufsuchen, um auszuschließen, dass es sich um eine körperliche Krankheit handelt. Ist dies nicht der Fall, hole dir Rat bei einem Katzenexperten ein.

In meinem zweiten Teil der “Streit unter Katzen”-Reihe möchte ich dir zeigen, was der Grund für die häufigen Streits sein könnte und was ihr dagegen tun könnt.

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