Manchmal kommt es vor, dass man Fehler bei der Katzenhaltung macht, ohne es zu wissen. Oft liegt das daran, dass wir unsere Katzen vermenschlichen. Doch Mensch ist eben Mensch und Katze Katze. Deswegen möchte ich heute auf ganz typische Fehler in der Katzenhaltung eingehen und erklären, wie einfach man diese vermeiden kann.

Fehler bei der Katzenhaltung

Die meisten Fehler, die in der Katzenhaltung begangen werden, sind ganz typische Anfängerfehler. Viele Menschen denken einfach, dass es super easy ist, eine Katze zu halten. Zumindest einfacher, als sich einen Hund anzuschaffen. Deshalb machen sich auch viele Katzenhalter in spe gar nicht die Mühe, sich über artgerechte Katzenhaltung im Vornherein zu informieren.

Viele lernen dann einfach bei “Learning by Doing”, was auch ok ist, wenn man sich viel Mühe gibt. Ich ganz persönlich, habe als Katzentherapeutin wirklich schon viele “Fehlerlein” in Katzenhaushalten miterleben dürfen. Deswegen würde ich mich umso mehr freuen, wenn man sich schon vor dem Einzug der Katze Gedanken macht, wer die Katze versorgt, wie das genau mit dem Katzenklo funktioniert, oder welche Beschäftigung die Katze benötigt, um nicht verhaltensauffällig zu werden.

Heute habe ich deshalb ein paar ganz typische Fehler in der Katzenhaltung zusammengestellt und möchte euch zeitgleich zeigen, wie man diese ganz einfach vermeiden kann.

Top 10: Typische Fehler bei der Katzenhaltung

1. Katzen anstarren

Manchmal meint man es als Katzenhalter gut und möchte seiner Katze ganz tief in die Augen schauen. Doch die Katze hat dabei eine ganz andere Empfindung als wir, denn sie sieht das “Anstarren” als Bedrohung an. So machen es sich nicht wohlgesonnene Katzen untereinander.

Viel besser: Blinzle deine Katze an, wenn du ihr in die Augen siehst. Denn Katzen untereinander machen das ebenso, wenn sie sich signalisieren wollen, dass sie sich mögen und alles ok ist.

2. Ungeduldig sein

Oh ja, diese Ungeduld ist schon etwas fieses. Ich selbst habe durch meine Katze Mammina aus Italien lernen müssen, wie viel Geduld man bei Katzen manchmal aufbringen muss. Geduld ist die oberste Prämisse, denn Katzen kann man zu nichts zwingen. Und tut man es doch, dann wird man nie zum Ziel kommen und die Beziehung, die man aufgebaut hat, kaputt machen.

Viel besser: egal um was es geht, lass deiner Katze Zeit und warte, bis sie von alleine aus dem Quark kommt.

3. Die Katze zum kuscheln “zwingen”

Wenn man sich eine Katze ins Haus holt, dann geht man natürlich davon aus, dass man mit ihr auf dem Sofa liegen wird und ganz innig kuschelt. Ist ja auch schön! Aber nicht alle Katzen mögen das. Wenn dann bei einem Kuschelversuch des Menschen ein Pfotenhieb der Katze folgt, sind wir Menschen meist ganz schön verwirrt und traurig und ja, sogar beleidigt.

Viele Katzen wagen auch nicht einmal den Versuch zu ihrem Halter aufs Sofa zu kommen, sondern beobachten ihr Revier lieber gemütlich von der “Ferne” – von ihrem Lieblingsplatz aus. Geht man dann als Halter hin und will seine Katze streicheln, duckt sie sich, geht weg oder schlägt wieder mit der Pfote.

Ganz eindeutig: diese Katze ist keine Kuschelkatze. Ich hatte auch schon so eine Maus und war anfangs, als ich es realisiert habe, ganz schön traurig. Aber man kann Katzen nicht zu Nähe und zum Kuscheln zwingen. Genau so wie bei uns Menschen, gibt es eben auch Katzen, die Nähe mögen und welche, die sie nicht so mögen.

Viel besser: merkst du, dass deine Katze keine Kuschelmaus ist, so akzeptiere ihren Charakter. Deine Katze wird es dir sehr danken, dass du sie nimmst, wie sie ist und zu nichts drängst, was sie nicht möchte. Vielleicht schenkt sie dir gerade deshalb irgendwann einen gemeinsamen Moment auf der Couch.

4. Die Katze falsch tadeln

Die eigene Katze zu tadeln, fällt generell vielen schwer. Aber manchmal muss es eben sein. Auch wenn man eine Katze nicht ganz so erziehen kann, wie einen Hund, so kann die Katze zum Beispiel schon verstehen, was sie darf und was nicht. Aus Reflex kann es dann manchmal bei Missgeschicken dazu kommen, dass man seine Katze anschreit. Das verunsichert die Katze aber so sehr, dass es die Beziehung zwischen Mensch und Katze negativ beeinträchtigen  kann. Was absolut tabu ist sind Klapse. Und die Nase der Katze in ihre Hinterlassenschaften zu stecken, wenn diese nicht ins Katzenklo gingen, ist ein absolutes No-Go.

Viel besser: Führt ein Signal ein, wenn die Katze etwas tut, was sie nicht darf. Ich benutze dafür ein ganz simples “Nein”. Knabbert meine Katze zum Beispiel an einer Pflanze, so sage ich bestimmt “nein” (nicht laut). Die Katze hat das Signal irgendwann verinnerlicht und lässt dann von der Aktion ab.

Wichtig ist es auch, die Katze zu “tadeln” während oder kurz nachdem sie etwas falsch gemacht hat. 10 Sekunden später schon, kann die Katze das Tadeln und die Aktion nicht mehr miteinander verbinden und versteht die Welt nicht mehr.

5. Unsicherer Katzenhaushalt

Dies ist meist ein Fehler bei der Katzenhaltung, der nur 1x passiert. Und zwar, dass die Wohnung nicht von Anfang an katzensicher gestaltet wurde. Dazu zählt zum Beispiel ein gekipptes Fenster ohne Schutz, ein nicht abgesicherter Balkon oder sonstige Dinge, die in der Wohnung gefährlich für die Katzen sein können.

Viel besser: hier kommen wir eigentlich schon zu Punkt 6. Informiert euch vor dem Einzug eurer Katzen darüber, was sich im Haushalt alles als potentielle Gefahr für die Katze herausstellen kann und versucht diese Dinge vor dem Einzug zu beseitigen oder zu sichern.

6. Sich nicht informieren

Viele stellen sich die Katzenhaltung super einfach vor – ist es im Prinzip ja auch. Wenn man ein paar Dinge beachtet. Eine Katze zu holen, ohne das irgendetwas vorbereitet ist, führt zu viel Unsicherheit und Stress für die Katze. Etwas, was sich ganz leicht vermeiden lässt.

Viel besser: informiert euch einfach vor dem Einzug eurer Katzen. Lest Fachlektüre oder Blogs und fragt Freunde, die bereits Katzen haben. So erfahrt ihr, welche Utensilien ihr benötigt, wie ihr euch gegenüber euren Katzen verhalten sollt, was gar nicht geht und was eure Neuankömmlinge lieben werden. So ziehen die Katzen viel entspannter bei euch ein.

7. Katzen an Wohnungspflanzen knabbern lassen

Oft will man nicht seine ganzen Pflanzen aus der Wohnung verbannen, wenn man Katzen hat. Vor allem Katzen, die in reiner Wohnungshaltung leben, knabbern aber gerne an Pflanzen. Ist ja auch nichts dabei, oder? Doch, denn unheimlich viele Wohnungspflanzen sind giftig für Katzen. Manchmal knabbern die Katzen sogar daran, ohne, dass wir es mitbekommen. Die Folge? Ein verdorbener Magen, Erbrechen, Vergiftung.

Grünlilien sind beispielweise Pflanzen, an denen Katzen gerne knabbern. Diese sind zwar prinzipiell nicht giftig für Katzen, doch bei einer größeren Menge, können sie ganz schön auf den Magen schlagen.

Viel besser: Informiert euch, welche Pflanzen in eurer Wohnung giftig sind. Verbannt die giftigen Pflanzen dann aus der Wohnung oder platziert sie dort, wo die Katzen nicht hin kommen. Und stellt den Katzen Katzengras zur Verfügung. So ist die Verführung nicht so groß, an anderen Pflanzen zu knabbern.

Ich selbst habe auch viele Pflanzen bei uns in der Wohnung stehen. Es kann also klappen, wenn man aufpasst und sich erkundigt. Oft ist man ja nicht nur #crazycatlady, sondern auch #crazyplantlady

Eine Liste giftiger Pflanzen für Katzen findet ihr hier.

8. Futter und Wasser falsch platzieren

Das ist ein ganz simpler Punkt, der sich super schnell umsetzen lässt – wenn man es nur weiß. In vielen Haushalten wird der Katze am selben Platz Wasser und Futter zur Verfügung gestellt. Manchmal sogar direkt in einem Doppelnapf. Da kann es schon gut vorkommen, dass die Katze einfach nicht trinken mag. Warum? Ganz einfach, weil die Katze in freier Natur niemals dort trinkt wo sie isst und umgekehrt.

Viel besser: man kann der Katze ganz leicht entgegen kommen, wenn man den Wassernapf der Katze einfach weiter weg, besser noch in einem anderen Raum platziert. Bei mir bekommen die Katzen ihr Futter in der Küche und die Wasserschüssel steht an einem ruhigen Platz im Flur. Willst du deine Katze “verwöhnen” kannst du ihr Wasser an verschiedenen Orten in der Wohnung anbieten. So kannst du auch beobachten, welchen Platz sie am liebsten zum trinken benutzt.

9. Katze zu früh von der Mutter trennen

Ein weiterer Fehler bei der Katzenhaltung passiert manchmal schon, bevor die Katze überhaupt eingezogen ist. Und zwar dann, wenn man sie zu früh aufnimmt und zu früh von ihrer Mutter trennt. Katzen, die zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden, neigen später dazu Verhaltensauffälligkeiten zu zeigen. Zum Beispiel ist die Chance viel höher, dass sie gerne mit den Armen und Beinen der Halter “kämpfen”, als Kitten, die länger bei ihrer Mutter lebten und somit viel besser sozialisiert sind.

Viel besser: ich rate dringend, Kitten erst ab der 12. Woche vom Muttertier zu trennen und bei sich zuhause aufzunehmen. So bekam das Kitten von seiner Mutter mit, was es für sein Leben braucht und wurde gut sozialisiert.

10. Katze alleine in Wohnungshaltung halten

Dies ist ein Thema, für das ich mich wirklich einsetze und das mir am Herzen liegt. Es werden weltweit immer noch wahnsinnig viele Katzen ganz alleine in Wohnungshaltung gehalten. Diese bekommen ihr ganzes Leben lang keine andere Katze zu Gesicht. Ein Unding, wie ich finde. Einer Katze sozialen Kontakt in Form von Gleichgesinnten vorzuenthalten finde ich schlichtweg gemein. Würde uns Menschen doch nicht anders gehen, oder?

Ein wenig anders sieht es mit Freigängerkatzen aus. Auch wenn ich diese ebenfalls nicht alleine halten würde, so können sich diese Katzen im Freien Gleichgesinnte suchen oder den sozialen Kontakt mit anderen Katzen erleben.

Und ja, es gibt auch wirklich Ausnahmen. Es gibt Katzen, die wollen Einzelprinzessin oder Einzelprinz sein. Meist sind das jedoch schon Katzen, die vorher mit anderen Katzen in Kontakt waren und man eindeutig sah, dass diese Katze nicht mit anderen Katzen zurecht kommt.

Viel besser: wenn ihr euch eine Katze anschaffen wollt, dann tut das doch am besten gleich im Doppelpack. Zwei Katzen machen nicht viel mehr Arbeit als eine und man hat doppelten Spaß dabei. Auch, weil man es genießen kann, die Katzen im Miteinander zu erleben. Außerdem haben die Katzen immer noch sich gegenseitig, sollten die Halter mal nicht da sein können, oder verreisen.

Die meisten Tierheime oder Tierschutzvereine geben Katzen auch nur im Doppelpack ab oder eine Einzelkatze zu einer bereits vorhandenen Katze im Haushalt.

Manchmal macht man einen Fehler bei der Katzenhaltung auch ganz unbewusst. Bei der Katzenhaltung ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, deswegen finde ich es wichtig, sich immer mal wieder zu informieren.

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Kleine Anmerkung: Die Reihenfolge der einzelnen Punkte ist nicht nach Gewichtigkeit sortiert. Weitere Punkte wären natürlich auch noch möglich…